Pseudoziale KIezverbauung – Rigaer Str. 71-73

Ähnlich wie bei ihrem anderen Projekt „Hymat“-Posthochhaus kann sich die CG-Gruppe über das üppige Baurecht in der Rigaer Str. 71-73 freuen. Für ihr Projekt „Carré Sama-Riga“ wurde sogar der Denkmalschutz für zwei bedeutende Altbauten aufgehoben, die Gebäude abgerissen. Sie dürfen das Grundstück mit einer Geschossflächenzahl von 3,44 bebauen. Das enspricht inetwa der Umgebungsdichte, die man durchaus als Misstand bezeichnen kann. Die angestrebten Mieten sind alles andere als sozial.

Den notwendigen sozialen Anstrich gibt sich der Entwickler mit dem Versprechen die Altmieter (Kultur/Bildung) in verbilligten Gewerbeflächen wieder aufzunehmen. 8,50 Euro /m² sind versprochen und der Investor tönt von Millionenverlusten, die dadurch enstünden. Das ist völlig übertrieben, weil der Mietpreis nur relativ wenig unter dem für Gewerbe in der Umgebung üblichen liegt. Jedenfalls nicht in dem Maße, das zu „Millionenverlusten“ führen würde.
Meine Interventionen im Ausschuss bewirkten, dass im Erdgeschoss zur Straße hin auch Ladeneinheiten statt Müll- und Technik/Wohnräumen entstehen (sollen). Die angemahnte Reduzierung der Bauhöhe oder wenigstens eine Abstaffelung der Häuser zum Hof hin fand bei den Grünen und SPD keine Unterstützung – und schon garnicht bei Stadtrat Hans Panhoff. Obwohl da Spielraum gewesen wäre und ein wichtiger Beitrag zur besseren Belichtung der Hofbereiche hätte entstehen können.
Im späteren Stellungnahmeverfahren fiel dann bei näherer Betrachtung auf, dass diese Baudichte nur mit vielen Tricks und Befreiungen umsetzbar ist. Die Baukörper sind derart reingequetscht, dass zum Teil fragwürdige Situationen entstehen. Ich habe dies und Lösungsvorschläge dazu in meiner „Stellungnahme Rigaer Str. 71-73″ in das Verfahren eingebracht.

Merke: Bei einer solchen Baudichte ist IMMER finanzieller Spielraum dafür vorhanden, die Baumasse nach unten zu korrigieren! Das Versprechen der CG-Gruppe im Ausschuss, dass ich Einsicht in die Kalkulation nehmen könnte, wurde nicht eingelöst.
Video vom Abriss der Baudenkmäler: