Archiv für Mai 2016

Investor will 100.000 m² und mehr auf dem RAW

Es ist ein Jammer – der Vortrag von Eigentümer Lauritz Kurth war mitleiderregend, er brauche auf seinem RAW-Grundstücksteil eine Baumasse von 100-125.000 m², sonst wäre das Ganze nicht wirtschaftlich. Der jetzige Bestand beläuft sich auf ca. 25.000 m² Geschossfläche.
Wie diese gewaltige Baumasse dann aussehen könnte, das wurde beim nichtöffentlichen, begrenzt eingeladenen 2. Werkstatttreffen der Eigentümer am 27.5.2016 im RAW-Ambulatorium präsentiert.

Der Träger des Werkstattverfahrens, das Büro Jahn, Mack&Partner, hat im Auftrag des Eigentümers zwei städtebauliche Entwürfe angefertigt, die das Problem mit der Baumasse besonders deutlich machen. Dabei sind die wenigen verfügbaren Bauflächen derart vollgestopft, dass man kaum glauben kann, dass dahinter ernsthafte Bauabsichten stecken könnten.

Modellfoto Bereich Parkplatz Szenario 2

Viele der Gebäude haben eine Grundrisstiefe von rund 25 Metern, das ist viel. Solche Wuchtbrummen bringen zwar auf dem Papier eine Menge Geschossfläche, aber nicht nur verwertbare; zu hoch ist der Anteil unbelichteter Flächen im Gebäudeinneren. Die oft notwendige Belichtung über innenliegende Lufträume würden zu einem unnötigen Flächenverbrauch auf dem RAW führen. Hier ist die mögliche Baufläche aber knapp bemessen.

Die Entwurfsverfasser waren sichtbar unter Druck des Eigentümers, möglichst nah an die gewünschten 100-125.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) heranzukommen. Das haben sie nach eigenen Angaben nicht ganz erfüllt, genaue Zahlen fehlen. Ein Wettbewerbsergebnis auf der Grundlage von 100-125.000 m² BGF kann also noch monströser aussehen. Erinnert sei hier an das Verfahren zur „Urbanen Mitte“ am Gleisdreieck, als der Entwickler beim Beteiligungsverfahren Baumassen weit unter seinen 100.000 m² skizzierte – mit nur einem oder zwei „Hochpunkt/e“ (Hochhaus), der Wettbewerb hatte dann plötzlich fünf Hochhäuser.

Modellfoto Bereich Warschauer Straße Szenario 1

(mehr…)