Planungsrevision steht an!

Mit dem Ausscheiden des Bezirksbürgermeisters und Planungsstadtrats Franz Schulz wird eine Revision der bezirklichen Planungsziele möglich. Durch seine persönlichen Vorstellung von städtischer Dichte sind viele Planungen hochproblematisch geraten. Franz Schulz sah eine Baudichte für Wohnungsbau von 2 bis 2,5 als völlig normal an. Eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 2,5 bedeutet, dass alle gebauten Flächen zusammen eine 2,5fache Überbauung des Grundstücks ausmachen.
Die Baunutzungsverordnung begrenzt die Baudichte für Neubaubereiche mit vorwiegender Wohnnutzung auf 1,2 bis max. 1,6. Dadurch soll die notwendige Grünflächenversorgung und soziale Infrastruktur gewährleistet werden.
Die Bezirke dürfen diese Begrenzungen überschreiten, wenn sie ein Bebauungsplanverfahren durchführen. In der Folge kann den Entwicklern für diese (lukrative) Überschreitung mittels städtebaulicher Verträge Ausgleichsleistungen abverhandelt werden. Dies kann dann als politischer Erfolg verkauft werden.
In der Folge leiden die Bezirksteile dann aber unter Übernutzung der öffentlichen Infrastruktur infolge der großen Verdichtung. Das zeigte sich insbesondere bei der Diskussion über das Freudenberg-Areal. http://block74.traveplatz-berlin.de/
Alle Wohnungsbauprojekte mit einer Baudichte über 1,2 müssen auf den Prüfstand. Das betrifft z.B. das gesamte Kreuzberger Ufer, das von Franz Schulz in den „Planungsleitlinien“ mit einer Baudichte von 2,5 versehen wurde. Mit einer vernünftigen Baudichte laut Baunutzungsverordnung könnte auch der Bürgerentscheid ohne Mühe realisiert werden.