Willkommen!

Von 2012 bis 2016 arbeitete ich im „Ausschuss für Stadtentwicklung, Soziale Stadt und Quartiersmanagement, Mieten“ im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg als parteiloser Bürgerdeputierter für die Piraten. Eine persönliche Auswahl von Themen, Prozessen und Ergebnissen ist hier aufgeführt. Ich werde aktiv bleiben und hier informieren. Planungsbetroffene und Initiativen können sich weiterhin mit Fragen und Anregungen gerne an mich wenden.
Kontakt: carsten-joost@gmx.de
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Pseudoziale KIezverbauung – Rigaer Str. 71-73

Ähnlich wie bei ihrem anderen Projekt „Hymat“-Posthochhaus kann sich die CG-Gruppe über das üppige Baurecht in der Rigaer Str. 71-73 freuen. Für ihr Projekt „Carré Sama-Riga“ wurde sogar der Denkmalschutz für zwei bedeutende Altbauten aufgehoben, die Gebäude abgerissen. Sie dürfen das Grundstück mit einer Geschossflächenzahl von 3,44 bebauen. Das enspricht inetwa der Umgebungsdichte, die man durchaus als Misstand bezeichnen kann. Die angestrebten Mieten sind alles andere als sozial.

Den notwendigen sozialen Anstrich gibt sich der Entwickler mit dem Versprechen die Altmieter (Kultur/Bildung) in verbilligten Gewerbeflächen wieder aufzunehmen. 8,50 Euro /m² sind versprochen und der Investor tönt von Millionenverlusten, die dadurch enstünden. Das ist völlig übertrieben, weil der Mietpreis nur relativ wenig unter dem für Gewerbe in der Umgebung üblichen liegt. Jedenfalls nicht in dem Maße, das zu „Millionenverlusten“ führen würde.
Meine Interventionen im Ausschuss bewirkten, dass im Erdgeschoss zur Straße hin auch Ladeneinheiten statt Müll- und Technik/Wohnräumen entstehen (sollen). Die angemahnte Reduzierung der Bauhöhe oder wenigstens eine Abstaffelung der Häuser zum Hof hin fand bei den Grünen und SPD keine Unterstützung – und schon garnicht bei Stadtrat Hans Panhoff. Obwohl da Spielraum gewesen wäre und ein wichtiger Beitrag zur besseren Belichtung der Hofbereiche hätte entstehen können.
Im späteren Stellungnahmeverfahren fiel dann bei näherer Betrachtung auf, dass diese Baudichte nur mit vielen Tricks und Befreiungen umsetzbar ist. Die Baukörper sind derart reingequetscht, dass zum Teil fragwürdige Situationen entstehen. Ich habe dies und Lösungsvorschläge dazu in meiner „Stellungnahme Rigaer Str. 71-73″ in das Verfahren eingebracht.

Merke: Bei einer solchen Baudichte ist IMMER finanzieller Spielraum dafür vorhanden, die Baumasse nach unten zu korrigieren! Das Versprechen der CG-Gruppe im Ausschuss, dass ich Einsicht in die Kalkulation nehmen könnte, wurde nicht eingelöst.
Video vom Abriss der Baudenkmäler:

Bettenburg Pufendorfstraße – Bezirk verteidigt Fehlplanung

Mehrheitsparteien billigen die Planung der „Burg Pufendorf“

Das Bauvorhaben der B&L Real Estate GmbH, an der stark abschüssigen Pufendorfstraße ein riesiges Neubaugebiet in einer Ebene darüber „schweben“ zu lassen, führt zu einer absurden bis zu 9,5 Meter hohen Geländeaufschüttung. D.h., dass die Bewohner zukünftig eine zu 9,5 Meter-Treppe mit über 50 Stufen – mehr als drei Geschosse – hochklettern müssen, um zu ihren Wohnungseingängen zu gelangen. Städtebaulich entsteht ein riesiger Klotz einer Burg ähnlich, die Gebäude der „Friedrichshain Höfe“ ragen 35 Meter hoch über der Pufendorfstraße empor.


Darstellung der Initiative „Pufendorf Community“, November 2015

Im Planungsausschuss wurde dieser Sachverhalt lange nicht wahrgenommen, weil man hauptsächlich mit einer Abbildung informiert wurde, auf der dieser enorme Geländesprung nicht zu sehen war (der fehlende Schatten/keine Kante oder Treppe im roten Kreis unten).

Nachdem diese Höhendifferenz „rausgekommen“ ist, gab es viel Kritik aller Parteien – eine vernünftige Planung müsste sich selbstverständlich am Geländeverlauf orientieren. Eine Abstufung der Baukörper entlang der Pufendorfstraße wurde gefordert und engagierte Bürger aus der Nachbarschaft, die „Pufendorf Community“, brachten einen konkreten Vorschlag nach dem anderen.
Stadtrat Hans Panhoff blamierte sich mit der Äußerung, dass man das nicht anders machen könne, wie der Investor das aufgezeichnet hat. Dabei folgen in jedem Dorf und jeder Stadt die Häuser dem Geländeverlauf, es ist das normalste der Welt. Nur in Friedrichshain-Kreuzberg nicht?

Plötzlich war ein Ende der allgemeinen Kritik eingetreten, unser Antrag zur Abstufung wurde vertagt. Grund: Man wolle erst die Auswertung der Beteiligung der Öffentlichkeit abwarten. Als die dann im März 2016 da war, musste plötzlich alles ganz schnell gehen. Nach einer Vertagung wurde eine Sondersitzung des Planungsausschusses mit ausschließlich diesem Thema einberufen – Dauer: 15 Minuten. Hier konnte zwar noch einmal der Städtebau kritisiert werden und vorgebracht werden, dass die Einwände in der Abwägung mit glatten Falschbehauptungen abgetan wurden, dennoch wurde die Auswertung von der SPD und den Grünen abgesegnet.

Auszüge aus der Abwägung:
„Für das Plangebiet V-1-2 wurde wie für Berlin typische Blockrandbebauung mit einer Traufhöhe von 20-22 m über Gehweg, die auch in der Umgebung vorzufinden ist, aufgenommen…“
„Das Vorhaben bewegt sich somit im Rahmen dessen, was die vorhandene Bebauung in der Umgebung vorgibt und fügt sich in ihrer Maßstäblichkeit in das Ortsbild ein.“
„Das neue Wohnquartier wird nicht in sich geschlossen, sondern durch ein fußläufiges Erschließungsnetz mit seiner Umgebung vernetzt sein.“

Die Traufhöhe über der Pufendorfstraße beträgt unzweifelhaft über 30 Meter und das „fußläufige Erschließungsnetz“ ist keineswegs so, dass das Wohnquartier nicht in sich geschlossen wirkt – man muss es erst erklettern. Dieser Klotz fügt sich so auch nicht in das Ortsbild ein, auch das ist unzweifelhaft.
Selten wurden Einwände von Anwohnern, noch dazu sehr qualifizierte, so billig abgespeist.

Klotzen im grünen Bezirk: Postscheckareal Hallesches Ufer

Die CG-Gruppe freut sich: War die Zielvorstellung für das Areal rund um das Posthochhaus am Halleschen Ufer im Planungsausschuss erst bei 80-90.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) gewesen, rundete Stadtrat Hans Panhoff dies für den Wettbewerb auf 100.000 m² BGF auf. Heraus kamen nun fast 110.000 m² BGF. Nun ist das Grundstück bis zum Anschlag vollgestellt, so dass der Pausenhof der Grundschulerweiterung an der nordwestlichen Ecke nur noch unter das aufgeständerte Schulgebäude passt. Ein Schildbürgerstreich gegen den Willen des Bezirks? Mitnichten. Der Entwickler wäre nach Gesprächen mit uns bereit gewesen, mit einer leichten Modifikation ausreichend Freifläche für die Schule zu schaffen. Ein Antrag dazu wurde jedoch von den Grünen abgelehnt und für den Stadtrat war die dunkle Höhle als Schulhof kein Problem – eher sogar was gutes, denn witterungsgeschützt. Sehr witzig! Vor soviel Unterstützung maximaler Baumasse konnte dann auch der Entwickler nicht anders, als alles so zu lassen. Unser Antrag HIER

Auch eine Kita soll es im Häusermeer geben – im Hof des Blockes hinter dem Hochhaus (auf dem Bild links des Hochhauses im Schatten). Eine Verbesserung der Lage der Kita sowie eine Beschränkung der Bauhöhe von acht auf sechs Geschosse wurde ebenfalls abgelehnt. Es entsteht wieder einmal eine Investitionswüste riesiger Baumassen, die alles um sich herum „in den Schatten stellt“.
Immerhin wurde erreicht, dass die degewo zwei Blocks ankaufen kann – offenbar zu einem Selbstkostenpreis des Investors. Hier können einige preiswerte Wohnungen entstehen. Um das zu erreichen hat man sich bei der städtebaulichen Frage m.E. viel zu stark zurückgehalten.

Investor will 100.000 m² und mehr auf dem RAW

Es ist ein Jammer – der Vortrag von Eigentümer Lauritz Kurth war mitleiderregend, er brauche auf seinem RAW-Grundstücksteil eine Baumasse von 100-125.000 m², sonst wäre das Ganze nicht wirtschaftlich. Der jetzige Bestand beläuft sich auf ca. 25.000 m² Geschossfläche.
Wie diese gewaltige Baumasse dann aussehen könnte, das wurde beim nichtöffentlichen, begrenzt eingeladenen 2. Werkstatttreffen der Eigentümer am 27.5.2016 im RAW-Ambulatorium präsentiert.

Der Träger des Werkstattverfahrens, das Büro Jahn, Mack&Partner, hat im Auftrag des Eigentümers zwei städtebauliche Entwürfe angefertigt, die das Problem mit der Baumasse besonders deutlich machen. Dabei sind die wenigen verfügbaren Bauflächen derart vollgestopft, dass man kaum glauben kann, dass dahinter ernsthafte Bauabsichten stecken könnten.

Modellfoto Bereich Parkplatz Szenario 2

Viele der Gebäude haben eine Grundrisstiefe von rund 25 Metern, das ist viel. Solche Wuchtbrummen bringen zwar auf dem Papier eine Menge Geschossfläche, aber nicht nur verwertbare; zu hoch ist der Anteil unbelichteter Flächen im Gebäudeinneren. Die oft notwendige Belichtung über innenliegende Lufträume würden zu einem unnötigen Flächenverbrauch auf dem RAW führen. Hier ist die mögliche Baufläche aber knapp bemessen.

Die Entwurfsverfasser waren sichtbar unter Druck des Eigentümers, möglichst nah an die gewünschten 100-125.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) heranzukommen. Das haben sie nach eigenen Angaben nicht ganz erfüllt, genaue Zahlen fehlen. Ein Wettbewerbsergebnis auf der Grundlage von 100-125.000 m² BGF kann also noch monströser aussehen. Erinnert sei hier an das Verfahren zur „Urbanen Mitte“ am Gleisdreieck, als der Entwickler beim Beteiligungsverfahren Baumassen weit unter seinen 100.000 m² skizzierte – mit nur einem oder zwei „Hochpunkt/e“ (Hochhaus), der Wettbewerb hatte dann plötzlich fünf Hochhäuser.

Modellfoto Bereich Warschauer Straße Szenario 1

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Neubau vor Gerhart-Hauptmann-Schule – Beispiellose Intransparenz des Bezirks

Aktuell 2017: Der Der Offene Brief Ohlauer Straße hier

2016
Trotz Missbilligung durch die BVV: Die Amtsführung von Hans Panhoff wird immer intransparenter. Mit der Informationspolitik zu einem vom Bezirk initiierten Bauvorhaben auf dem Schulhof der Gerhart-Hauptmann-Schule fällt der Bezirk hinter alle Standards privater Investorenprojekte zurück.
Der Öffentlichkeit soll ein umfassendes Bild des Vorhabens erst gewährt werden, wenn der Bauantrag fertig ist. Solange gibt es ein paar Bildchen, die nicht zeigen, dass der gesamte Freibereich verbaut wird – mit einer äußerst ungeschickten Baukörperanordnung.
Ich habe mir die Mühe gemacht, den Baukörper aus der Erinnerung des kurz gesehenen aufzuzeichnen und zu untersuchen. Dabei bin ich auf die Möglichkeit einer Planungsalternative gestoßen, die zwar weniger Baumasse bringt, den Baumbestand aber weitgehend schont und einen gemeinsamen Freibereich erhält. Mehr Infos: Meine „Studie GHS“ hier zum Download (2,8 MB).


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Nachverdichtungsabsichten der WBM in Friedrichshain

Stand der Dinge Juni 2016


Es hätte etwas befreiendes sein sollen – die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens, so wie es der Einwohnerantrag des Aktionsbündnisses Lebenswertes Wohnen in Friedrichshain-West forderte. Nun ist es soweit und plötzlich tut sich eine Sackgasse auf: Vorschläge für eine bessere Nutzung der Baupotentiale als einfach 20 neue Punkthochhäuser einzustellen gelten nunmehr als „Vorgriff auf das Ergebnis des Bebauungsplanverfahrens“.

Dazu kommt, das die WBM im Planungsausschuss angekündigt hat, noch im Juni zwei Bauanträge einzureichen – zwei 10-geschossige Punkthochhäuser im Hof der Krautstraße 5a und 9a, sozusagen als Reaktion auf die Einleitung des B-Planverfahrens.
Unser Spontanantrag, dass wenn gebaut wird, dann nicht höher als die Umgebungsbebauung, also kein Hochhaus, fand als angeblicher Vorgriff keine Unterstützung. Wir zogen ihn zurück. Auch ein Antrag der SPD, der erst einmal den Bau von 5-6 Punkthochhäusern zulassen wollte um dann einen Wettbewerb zu starten, fand keine Mehrheit. Übrig bleibt die Gewissheit, dass es nun losgeht mit dem Bauen – ohne ein Konzept, mit dem die BVV und die breite Öffentlichkeit einverstanden sind.

Offenbar gibt es in der Senatsverwaltung gewichtige Stimmen für eine plumpe Fortschreibung des vorhandenen Städtebaus. Problem: Auch das Bezirksamt und das Stadtplanungsamt unterstützen die Planungen. Dementsprechend sind die Planungsziele des anstehenden B-Planverfahrens maßgeschneidert auf die Punkthochhauskolonne. Alles liest sich nett und sagt trotzdem nicht viel. Auf was die Sicherung der Eigenart des Wohngebietes und die Entsprechung der Neubauten der städtebaulichen Struktur der 60er/70er Jahre hinauslaufen könnte, ist unschwer abzusehen: Ein Bebauungsplan, der zwar auf keinen Fall etwas verhindert, aber dennoch so aussieht, als bemühe man sich.


Foto der Präsentation der Planungsziele im Planungsausschuss

Städtebauliche Alternativen? Stadtrat Panhoff hat meine Vorschläge beim 4. Runden Tisch abgetan, sie hätten keinen Bezug zur vorhandenen DDR-Architektur hergestellt und wären für die Standorte nicht anwendbar. Dabei sind gerade meine Vorschläge exakt auf den Ort entwickelt und kein Massenprodukt „von der Stange“. Sie finden auch eine gewisse Unterstützung in der Anwohnerschaft nach dem Motto, wenn gebaut würde, dann lieber in dieser Art…
Eine Anwohnerin hat es so formuliert: „Alles, was kein Punkthochhaus ist, ist besser! Monotonie bietet die vorhandene Kulisse genug, bei aller Durchgrünung. Insofern würde ich persönlich ein paar Tupfer Abwechslung im Areal bevorzugen.“

Ein Ausweg aus der Sackgasse erscheint schwer. Das Bebauungsplanverfahren blockiert anstatt kreative Prozesse freizusetzen. Wer hätte das gedacht? Wir werden mit neuen Anträgen die Diskussion weiter beflügeln.

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Stand Ende 2015

Nach der großen Welle der Verwunderung über eine derart unsensible Masterplanung – einen ganzen Stadtteil mit gleichen Hochhausblocks zu überziehen – gab es von der Senatsverwaltung den Vorschlag, einen internationalen Wettbewerb für Friedrichshain-West durchzuführen. Das hätte das Format gehabt, das der Größenordnung der Entwicklung angemessen wäre.
Nun ist man wieder zurückgerudert und will weder Wettbewerb noch Bauleitplaung. Wie ursprünglich von Stadtrat Hans Panhoff beabsichtigt, sollen gleichförmige Punkthäuser entstehen – per Bauvorbescheid/Bauantrag ohne Bauleitplanung nach §34 BauGB. Lediglich eine intensive Bürgerinformation soll stattfinden.
Als Resultat der Debatte hat man ein paar der Punkthäuser aus dem Masterplan genommen (jetzt sind es noch 20 Stück, ca. 736 Wohneinheiten) und andere ein wenig verrückt. Das Ganze vermittelt dennoch den Eindruck einer wenig qualifizierten Planung. Ein Antrag der Piraten, diesen Prozess zu stoppen und erst einen Wettbewerb durchzuführen, wurde von den Mehrheitsparteien leider abgelehnt.
Der neuste Plan (07.09.2015) hier:

Es soll gleich losgehen – Krautstraße
Damit die WBM ihre Neubauquoten erfüllen kann, sollen in der Krautstr. 5A und 9A bald zwei Punkthäuser entstehen. Der Bezirk ist einverstanden und ein positiver Bauvorbescheid liegt bereits vor. Es lohnt sich also, hier zuerst genauer hinzuschauen.
Dabei fällt auf, dass die beiden Häuser bisher in der Bauflucht der Bestandsriegel angeordnet sind und dadurch sehr viel Platz im Freibereich beanspruchen. Das wird von den BewohnerInnen bemängelt. Eine Alternative wäre, bauliche Ergänzungen straßenbegleitend anzuordnen, so wie die Gebäude in der Krautstraße gegenüber. Meine alternativen Planungsansätze habe ich auch meiner Webseite „planungsagentur.de“ veröffentlicht HIER

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SEZ als Multifunktionsbad! Veränderungssperre beschlossen

26.11.2015: Nun ist dem Bezirk die Planungshoheit entzogen worden und der Senat plant den Abriss. (Berliner Zeitung)

21.11.2015:
In Berlin sollen wieder Erlebnisbäder entstehen. Nur leider nicht dort, wo bereits eines ist, bzw. dahinschlummert: das SEZ. Der außergewöhnliche DDR-Bau, für dessen Erhalt einst hunderttausende Unterschriften gesammelt wurden, ist bedroht.

Es ist mal wieder eine typische Berliner Geschichte:
Da überlässt der Senat einem findigen Investor eine Gebäudeperle für einen Euro, es wird viel versprochen und vertraglich wenig gesichert. Der „grüne“ Bezirk ist sauer darüber, freut sich aber heimlich, diese Altsünde dauerhaft gegen den Senat auszuschachten. Um dies zu untermauern verweigerte der Bezirk dem „Ein-Euro-Eigentümer“ Rainer Löhnitz jegliche noch so kleinen Entwicklungsabsicht, z.B. ein Hostel, Campingplatz, therapeutisches Reiten… Irgendwann verlor dieser die Geduld und stellte beleidigt den Antrag, den eigentlich geliebten Gebäudekomplex abzureißen. Die Situation eskaliert und er zeigt alles und jeden an, um dann vor Gericht zu unterliegen. Das SEZ wurde vom Bezirk kaputtblockiert, nun übernimmt der Senat die hässliche Aufgabe, das Gebäude abreißen zu lassen und der Bezirk kann wieder auf den Senat schimpfen.


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Baugenehmigung für den „Panhoff-Klotz“ erteilt!

Das ganze Drama um das Hochhaus auf dem Ex-YAAM-Strand führt nun zu einem Missbilligungsantrag gegen die Amtsführung des Stadtrates Hans Panhoff:
Der Missbilligungsantrag der Piratenfraktion HIER.
Der Antrag ist in der BVV am 24.02.2016 in geheimer Abstimmung mehrheitlich beschlossen worden.

Auf dem schönen YAAM-Strand entsteht tatsächlich der 12-geschossige Bauklotz am Wasser, den Stadtrat Hans Panhoff so sehr gegen Kritik verteidigte und an der BVV vorbei genehmigte. Panhoff hat dem Stadtplanungsausschuss erst am 16.09.2015 mitgeteilt, dass für das Gelände bereits seit 18.03. eine Bauvoranfrage vorgelegen habe, die am 10.06. positiv beschieden wurde. Die BVV hatte deshalb keinen Einfluss auf die Baupläne nehmen können und wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gab zwei BVV-Beschlüsse für Planungsänderungen, die dann natürlich durch das heimlich erteilte Baurecht zu spät kamen.

Baubeginn Februar 2016

Dabei hätte es einen alternativen Investor gegeben, der sich bereits seit einigen Jahren vergeblich um den Grundstückskauf bewarb – für eine behindertenorientierte Wohnbebauung. Der Investor ist in diesem Bereich engagiert, weil er selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist. Er hätte den vollen Kaufpreis entrichtet, wäre aber mit einer Baumasse von nur 24.000 m² zufrieden gewesen – mehr als ein Drittel weniger als nun genehmigt. Damit hätte man wunderbare Uferfreibereiche herstellen können, die dem Bürgerentscheid sehr nahe gekommen wären. Eine Info dazu und eine Beispielanordung im Vergleich habe ich bereits im Mai 2015 dem Ausschuss zukommen lassen. (Ausschuss-Info 29.05.2015 HIER)

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Das Mercedes-Benz-Spreeufer – einfach nur irre…

    Geplantes Verkehrschaos durch das Anschutz-Areal

Die Bauwut rund um die „Mercedes-Benz-Arena“ führt zu einem enormen Anstieg des Verkehrsaufkommens. Die Frage ist, ob der Stadtbereich an der Oberbaumbrücke die zusätzlichen Stoßverkehre verkraften kann? Neben der bundesweit zweitgrößten Arena sollen weitere rund 6.500 neue Eventplätze und zahllose andere publikumswirksame Nutzungen sowie ein Shoppingcenter mit 750 Parkplätzen hinzukommen. Der Verkehr bricht aber bereits jetzt infolge der Arena-Veranstaltungen regelmäßig zusammen und er staut sich in alle Richtungen.

Alles im grünen Bereich
Nach monatelanger Wartezeit und pünktlich zum Baubeginn des Entertainmentcenters ist am 11. Mai 2016 endlich das Verkehrsgutachten dazu vorgestellt worden.
Das Gutachterbüro LK Argus, das im Auftrag der Anschutz-Gruppe arbeitet, sieht die Problematik nicht gravierend, es wäre alles im grünen Bereich. Grün in verschiedenen Abstufungen waren auch alle Pfeile, die der Mühlenstraße noch ausreichend Kapazitäten ausweisen. Die eigentlichen Problembereiche, die Knotenpunkte und allen voran die Kreuzung an der Oberbaumbrücke, wurden jedoch nicht präsentiert. Angeblich nehme der Autoverkehr ja ab und es wäre genug Platz für die zusätzlichen 18.000 Fahrten täglich – und das ohne den Arena-Betrieb gerechnet, der allein jetzt schon zu gravierenden Engpässen führt. Bemerkenswert war auch die Feststellung, die zukünftig 2.500 Tiefgaragenplätze wären vergleichsweise wenig.

Dafür, dass ich darauf hingewiesen habe, dass es überhaupt ein Verkehrsproblem gibt, hat mir Stadtrat Hans Panhoff mal wieder Panikmache unterstellt und die Planungen der Anschutzgruppe verteidigt. Alternativ stünden die Arena und der ganze Kram in Marzahn ohne S-Bahnanschluss – was fänden wir besser, so Panhoff? Das nenne ich Panikmache.

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Peinliche Angelegenheit – Görlitzer Straße 49

Ergänzung Mai/2015

Unser Antrag zur Aufhebung des Bauvorbescheides, der die unsägliche Bebauung des Hausgartens mittels Befreiung ausnahmsweise genehmigt, wurde als Prüfantrag von der BVV beschlossen. Das Bezirksamt wies eine Rücknahme des Bauvorbescheids mit einer absurden Begründung zurück. Dabei wird das Baurecht völlig verdreht: Aus der „Kann-Bestimmung“ des § 31 Abs. 2 BauGB wurde in der Begründung des Bezirksamtes eine „Muss-Bestimmung“ gemacht.

Denn laut Gesetz kann von den Festsetzungen des Bebauungsplans befreit werden, wenn die Abweichung städtebaulich vertretbar und wenn die Abweichung auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist.

Daraus wurde laut Bezirksamt: Der Ermessensentscheidung sind jedoch sehr enge Grenzen gesetzt. Die Behörde kann nicht frei entscheiden. Objektive städtebauliche Erwägungen müssen der Befreiung entgegenstehen.

Die Vorlage des Bezirksamtes HIER
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Toll – 3D-Darstellung Freudenberg-Areal im Planungsausschuss!

Jahrelang wurde angemahnt, wann die Bauwert Investment Group das Projekt Freudenberg-Areal endlich mal dem Ausschuss so darstellt, wie es üblich ist: In 3D, mit Schnitten und Ansichten… Bislang gab es immer nur verpixelte, verzerrte und unvollständige Aufsichtspläne.
Nur die Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal stellte das „Blockmonster“ so dar, wie es einmal aussehen wird. (Bild)

Nun wurde ja mit der Bauvoranfrage der Bauwert die gesamte Bauleitplaung einspart und gleich Bauantrag gestellt. Der Bezirk hat großzügigerweise auf eine Zurückstellung der Bauvoranfrage verzichtet und dafür den Weg bereitet. Für ein 2,6 Hektar großes Grundstück ist es ein beispielloser Vorgang, auf einen Bebauungsplan zu verzichten.
Nun hat Dr. Leibfried, Chef der Bauwert Investment Group, am 3.12.2014 im Planungsausschuss einen Bauantragsplan gezeigt – und siehe da: Im Plankopf war erstmals ein 3D-Plan zu sehen! Ganz toll!

Mehr Infos hier: http://block74.traveplatz-berlin.de/

Untätigkeit des Bezirks – Revaler Spitze wird bebaut

Eine schlimme Entwicklung steht nun der Revaler Spitze bevor: Wegen der Untätigkeit des Bezirksamtes, die beiden BVV-Beschlüsse (August 2013) zur Änderung der Planungsziele (mehr Grün-, Kultur-, Gewerbeflächen) zur Sicherung der Blöcke zwischen Döringstraße und Niemannstraße gegenüber Bauanträgen für reine Wohnblocks umzusetzen, stehen die Wohnblock-Bauanträge einer „Baugruppe“, die mittlerweile gestellt wurden, laut Aussage des Bezirksamtes kurz vor der Genehmigung – nach §34 BauGB, also ohne Bauleitplanung.

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Armes Spreeufer – hier: Viktoriaspeicher-Gelände

Aktuell: Der Stadtplanungsausschuss hat am 28.5.2014 einstimmig eine klare Absage an das Schimmang-Konzept beschlossen. Der Antrag HIER.
Das ist ein großer Fortschritt und führt hoffentlich dazu, dass die Behala die Kaufoption des Investors nicht mehr verlängert. Nach jahrlangem Stillstand werden endlich wieder konstruktive Diskussionen über die Zukunft des Geländes möglich!
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Was ist eigentlich los mit den Grünen?

Die Antwort des Bezirksamts auf den beschlossenen Grünen-Antrag zur Ratiborstraße ist eigentlich eine schallende Ohrfeige für die Grünen. Dennoch reden sie dies schön und verbreiten, dass ein Aufstellungsbeschluss keine Relevanz hätte und beschimpfen Kritker wie mich lieber als „Panikmacher“.
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Zwei weitere Hochhäuser an der Spree!

„Max und Moritz“: Im Planungsausschuss am 20.11.2013 waren wieder mal Projektentwickler, die so richtig arrogant rüberkamen. Sie kamen erst nach Einreichung des Bauantrags zur Präsentation in den Ausschuss und beriefen sich auf altes Baurecht. Das ist ja im Prinzip richtig, die Sache hat nur einen Haken: Der alte Bebauungsplan sah hauptsächlich Gewerbe vor (Mischkerngebiet) und erlaubte nur deshalb eine derartige Baudichte. Nun sollen in den Kolossen überwiegend Wohnungen entstehen. Da hätte der Bezirk Einspruch erheben können (und müssen). Eine Umwidmung von Gewerbe in Wohnnutzung muss nicht genehmigt werden, denn Wohnen ist nur in geringeren Baudichten zulässig. Ausnahmen hängen vom Bezirk ab, ob er sie zulässt. Leider war ich der einzige, der diesen entscheidenden Punkt aufwarf und monierte, dass der Bezirk diese Ausnahme verweigern sollte. Die Hochhäuser hätten dadurch wesentlich niedriger ausfallen können.
Die Kommentare der anderen Fraktionen zum Projekt waren durchweg harmlos, besonders die Grünen gefielen sich wieder mal in staatstragender Manier. Man können ja nichts machen. Unglaublich: Es wurde gelacht, als ich auf den Bürgerentscheid verwies.

Dabei wurden andere Hochhausplanungen (Postareal nebenan) wegen des Bürgerentscheides bereits freiwillig verkleinert – trotz altem Baurecht! Ich forderte deshalb eine neue ganzheitliche Betrachtung wegen der geänderten Umgebungsplanung. Keine Unterstützung anderer Fraktionen!
Der eigentliche Treppenwitz ist: Nach der Präsentation im harmlosen Bezirksausschuss mussten die Entwickler ihre Hochhäuser noch im Baukollegium der Senatsverwaltung vorstellen. Stadtrat Panhoff berichtete Wochen später, dass sie dort fast rausgeschmissen worden wären – man wollte sich mit dem „Mist“ zunächst gar nicht erst befassen. Soviel zum Thema „aufmüpfiger Bezirk“ vs. „Durchwinksenat“.

Vorstellung der Planung für das Zapf-Gelände


    Aktueller Stand 2015:

Es wurde ein Bebauungsplanverfahren begonnen. Unser Verlangen, darüber informiert zu werden, wurde abgelehnt. Der Ausschuss würde erst informiert, wenn die Trägerbeteiligung abgeschlossen ist. Die Piraten haben deshalb eine schriftliche Anfrage eingereicht, um Informationen zu bekommen. Die Antwort hier.
Es bleibt bei diesem langweiligen Kammsystem, dessen Flügel 10, 17 und 20 Meter an das Spreeufer heranreichen. Es wird also nicht einmal die „Planungsleitlinie Kreuzberger Ufer“ des Bezirks eingehalten, die ein 30 Meter breiten unbebauten Uferstreifen anstrebte. Wozu gibt es Beschlüsse, wenn sich Baustadtrat Hans Panhoff an nichts gebunden fühlt und jeden Investorenwunsch einfach durchwinkt? Einzig das angedachte Hochhaus wurde auf eine Bauhöhe von 26 Metern geschrumpft.

    Vorstellung der Planung für das Zapf-Gelände im Planungsausschuss am 6.11.2013

Armes Spreeufer. Ziemlich lieblos wird im Auftrag der Firma Zapf geplant. Die erste Reaktion eines Freundes war: Das ist ein Knast mit Wachturm. Der Turmbau am (zukünftigen) Brommysteg soll eine Reaktion auf den Hinkeltower gegenüber sein. Ganz toll! Hier sind echte Experten am Werk. Etwas mehr Einfühlungsvermögen hätte man schon erwarten können nach all den kreativen Prozessen wie z.B. der „Ideenaufruf Kreuzberger Ufer“
Einen Bürgerentscheid hat es offenbar nie gegeben. Die Grünen stimmten zusammen mit der SPD für sowas. Es ist aber noch eine Überarbeitung angedacht.

Planungsrevision steht an!

Mit dem Ausscheiden des Bezirksbürgermeisters und Planungsstadtrats Franz Schulz wird eine Revision der bezirklichen Planungsziele möglich. Durch seine persönlichen Vorstellung von städtischer Dichte sind viele Planungen hochproblematisch geraten. Franz Schulz sah eine Baudichte für Wohnungsbau von 2 bis 2,5 als völlig normal an. Eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 2,5 bedeutet, dass alle gebauten Flächen zusammen eine 2,5fache Überbauung des Grundstücks ausmachen.
Die Baunutzungsverordnung begrenzt die Baudichte für Neubaubereiche mit vorwiegender Wohnnutzung auf 1,2 bis max. 1,6. Dadurch soll die notwendige Grünflächenversorgung und soziale Infrastruktur gewährleistet werden.
Die Bezirke dürfen diese Begrenzungen überschreiten, wenn sie ein Bebauungsplanverfahren durchführen. In der Folge kann den Entwicklern für diese (lukrative) Überschreitung mittels städtebaulicher Verträge Ausgleichsleistungen abverhandelt werden. Dies kann dann als politischer Erfolg verkauft werden.
In der Folge leiden die Bezirksteile dann aber unter Übernutzung der öffentlichen Infrastruktur infolge der großen Verdichtung. Das zeigte sich insbesondere bei der Diskussion über das Freudenberg-Areal. http://block74.traveplatz-berlin.de/
Alle Wohnungsbauprojekte mit einer Baudichte über 1,2 müssen auf den Prüfstand. Das betrifft z.B. das gesamte Kreuzberger Ufer, das von Franz Schulz in den „Planungsleitlinien“ mit einer Baudichte von 2,5 versehen wurde. Mit einer vernünftigen Baudichte laut Baunutzungsverordnung könnte auch der Bürgerentscheid ohne Mühe realisiert werden.

Der Freudenberg-Skandal

Was rund um das Friedrichshainer Freudenberg-Areal stattfindet, grenzt schon an einen Krimi. Alle Infos dazu: http://block74.traveplatz-berlin.de/

Bausünde am Ostbahnhof verhindern!

Hier geht es um den Bebauungsplan V-44 – Rückseite des Ostbahnhofs. Dort soll ein riesiger Gebäudekomplex entstehen, der bis an die Straße der Pariser Kommuns heranreicht. Damit würde wieder einmal einer der wenigen kleinen Stadtplätze überbaut werden. Da wo heute eine Grünfläche und eine kleine Imbiss-Terrasse unspäktakulär seine Aufgabe eines Bahnhofsvorplatzes erfüllt, sieht der Bezirk bisher keine Notwendigkeit zur Rücksicht.
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